Volleyballfreunde schon im Regionalligamodus

17. März 2026 1. Herren, Spielberichte Alexander Philipp

Eine ungewöhnliche Spieltagskonstellation erwartete die Volleyballfreunde Blau-Weiß am vergangenen Wochenende. Nach einer Spielverlegung aus der Hinrunde mussten die Spieler von Trainer Alexander Philipp zunächst am Samstag beim Verfolger Neuseenland-Volleys Markkleeberg und anschließend am Sonntag beim Tabellenletzten SV Reudnitz II. antreten. Diese Doppelbelastung könnte in ähnlicher Form auch in der kommenden Saison Realität werden.

Denn die Ostsachsen setzten ihre grandiose Bilanz (nun 14 Siege aus 15 Spielen) fort und erspielten sich für das drittletzte Saisonspiel (12.04.2026 gegen die L.E. Volleys) bereits den ersten Matchball zur Meisterschaft – und damit den erstmaligen Aufstieg in die Regionalliga.

Doch der Reihe nach:

Zum mit Spannung erwarteten Duell reisten die Zusestädter am Samstag nach Markkleeberg. Die Hausherren waren bisher der engste Verfolger in dieser Saison. Nach der Niederlage aus der Vorwoche (1:3 gegen den VC Zschopau) und einer weiteren Pleite im ersten Spiel des Tages (1:3 gegen den VSV Reichenbach) verabschiedeten sich die Randleipziger aus dem Titelrennen. Dennoch hatte der Gastgeber mit seiner individuellen Qualität das Potenzial, dem Tabellenführer aus Hoyerswerda Paroli zu bieten.

Das Match begann mit vielen Ungenauigkeiten in der Annahme. Vor allem Libero Gregor Schillmann fand noch nicht richtig in die Begegnung. Zwar setzten sich die Angreifer gut durch, doch zur ersten Auszeit (11:14) lagen die Gastgeber leicht vorn. Dank kleiner taktischer Feinjustierungen und einer sich stabilisierenden Annahme lief der Hoyerswerdaer Motor dann richtig heiß. Aus einem Drei-Punkte-Rückstand wurde innerhalb weniger Minuten ein 18:15. Diesen Vorsprung hielten die Mitstreiter um Kapitän Markus Zillich und gewannen den ersten Durchgang nach 21 Minuten mit 25:19.

Den positiven Schwung nahmen die Gäste mit in den zweiten Satz. Aus einer stabilen Feldverteidigung – Gregor Schillmann nun auf Sachsenliga-Niveau – setzte Zuspieler Lunardy Pulvett seine Angreifer stark in Szene. Spektakuläre Angriffe ließen den Gegner kaum Luft zum Atmen. Lediglich eine schwache Aufschlagquote (acht direkte Fehler) verhinderte ein deutlicheres Ergebnis (25:20).

Zu Beginn des dritten Abschnitts sah Edelfan Horst Siegemund mit seiner Frau eine ausgeglichene Partie (5:5, 10:9, 16:16). Dann setzten sich die Markkleeberger leicht ab (19:16) und hofften auf den Satzerfolg. Doch die Volleyballfreunde konnten nochmals zulegen und arbeiteten sich dank starker Blockarbeit und effektiver Angriffe wieder heran (18:19). Am Ende mussten die Gastgeber der Klasse der Gäste Tribut zollen und verloren auch den dritten Satz nach 27 Minuten mit 22:25.

Ein unerwartet klares Ergebnis bescherte den Elsterstädtern weitere drei Punkte im Meisterschaftsrennen. Bei einer insgesamt starken Mannschaftsleistung sicherte sich Christian Heymann erstmals die MVP-Medaille. Als Mittelblocker ist das besonders bemerkenswert, da diese Position zwar sehr wichtig für das Blau-Weiße Angriffspiel ist,aber oft unter dem Radar bei der MVP-Wahl schwebt.

Dieser Erfolg war auch deshalb wichtig, weil die Regenerationszeit bis zum nächsten Spiel sehr kurz ausfiel. Nur etwa 18 Stunden später wartete bereits das Schlusslicht SV Reudnitz II. Im Teamhotel ließ die Mannschaft den Abend ausklingen und bereitete sich auf den Sonntag vor.

Mit etwas schweren Beinen begann das Spiel am Sonntag pünktlich um 12 Uhr. Dank individueller Qualität und einer Aufschlagserie von Christian Heymann setzten sich die Blau-Weißen früh ab (12:9). Trotz einiger Ungenauigkeiten stellte der Ligaprimus nach 21 Minuten mit dem 25:19 die Weichen auf Sieg.

Im zweiten Satz kam Routinier Jens Paulick zu seinem Einsatz. Keine Mannschaft konnte sich entscheidend absetzen (9:10, 17:18). Die kämpferischen Reudnitzer machten nun kaum Fehler, während bei den Gästen der Angriff ins Stocken geriet. Folgerichtig ging der Satz mit 22:25 verloren.

Doch die Stärke der Mannschaft von Trainer Philipp liegt in dieser Saison auch im mentalen Bereich. Unbeeindruckt von der Stimmung in der Halle besann man sich auf die Grundlagen: stabile Annahme, kluges Zuspiel und konsequente Angriffe. Dieser Rhythmus prägte den dritten Satz, der mit 25:20 gewonnen wurde.

Nun fehlte nur noch ein Satz zum perfekten Wochenende. Doch beim Stand von 2:7 geriet dieser plötzlich in Gefahr. Die Mannschaft um Jungspund Maximilian Krengel startete jedoch ein starkes Comeback. Dank cleverer Aufschläge von Tommy Hilse gelang schnell der Ausgleich (7:7). Anschließend drehten Markus Zillich (von 7:10 auf 12:10) und erneut Hilse (von 16:15 auf 20:15) mit ihren Aufschlägen das Spiel endgültig. Am Ende stand ein souveräner 3:1-Erfolg (-19, 22, -20, -19).

Die MVP-Auszeichnung ging an diesem Tag bereits zum fünften Mal an Tommy Hilse.

Trainerstimme zum Wochenende

Herr Philipp, wie schätzen Sie das Wochenende ein?

„Es war ein hartes Stück Arbeit. Leider hatten wir im Vorfeld mit Michael Grabke und Till Fischer zwei Ausfälle, die ich fest eingeplant hatte. So standen mir nur zehn Spieler zur Verfügung. Großen Dank an dieser Stelle an André Lemke, der uns aus dem Kreisklassekader unterstützt hat.“

Ihre Mannschaft kann in knapp vier Wochen die Meisterschaft perfekt machen. Wie blicken Sie auf die Aufgabe in Leipzig?

„Bis zum 12.04. kann noch viel passieren. Ich hoffe, dass die Verletzten in den Kader zurückkehren und wir die Trainingsqualität hochhalten. Erfahrungsgemäß sind die Mannschaften der Stützpunkte zum Saisonende deutlich stärker als zu Beginn. Ich erwarte ein enges Spiel und bin weit davon entfernt, mit drei Punkten zu rechnen.“

Unabhängig vom sportlichen Ausgang müssen Sie sicher auch schon für die neue Saison planen. Wie ist da der Stand?

„Der Verband gibt uns einige Termine vor, die wir erfüllen müssen. Wir sind in den meisten Punkten auf einem sehr guten Weg. Mein Mannschaftsleiter Vincent Mittelstraß macht da einen hervorragenden Job. Auch andere Spieler zeigen Engagement und bringen sich ein. Die Kaderplanung läuft langsam an. Wir suchen auf allen Positionen nach Spielern, die entweder schon Erfahrung haben oder das Potenzial für Regionalligavolleyball mitbringen. Ich lade dazu gern zu unseren Probetrainings am 24.03., 31.03. und 28.04. ein.“

Ich danke für das Gespräch. Viel Erfolg in den letzten Spielen.

Dank der beiden Erfolge haben die Männer von Trainer Alexander Philipp nun einen Matchball im Kampf um die Meisterschaft. Sollte am 12.04.2026 gegen die L.E. Volleys III in Leipzig ein Sieg gelingen, wären die Ostsachsen nicht mehr von Platz eins zu verdrängen.

Die direkte Konkurrenz aus Delitzsch (Vorjahresmeister) wird jedoch auf einen Ausrutscher hoffen. Denn am 18.04.2026 könnte es zum großen Finale in Hoyerswerda kommen, bei dem im direkten Duell die Meisterschaft entschieden wird.

VfBW spielte mit:

Haberl, Heymann, Hilse, Krengel, Lemke, Mittelstraß, Paulick, Pulvett, Zillich,Schillmann

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