Eigenen Matchball nicht genutzt, aber …

14. April 2026 1. Herren, News, Spielberichte Fanny Hassemeier

Die letzte Auswärtsreise führte die Volleyballfreunde Blau-Weiß Hoyerswerda in der Sachsenliga nach Leipzig. Mit den L.E. Volleys empfang den Tabellenführer aus Ostsachsen zwar der Tabellenvorletzte, aber dieses Nachwuchsteam spielt in der Liga außer Konkurrenz und ist bekanntermaßen zum Saisonende immer in Topform.

Während den arrivierten Teams die lange Saison anzumerken ist, performen die Talente im Frühling auf Topniveau. So wollten nun beide Trainer ihre Aufgaben erledigen. Alexander Philipp wollte den ersten Matchball zur Meisterschaft nutzen und Pertti Schkrock auf Leipziger Seite wünschte sich ein würdigen Saisonabschluss vor heimischer Kulisse, welcher die hervorragende Entwicklung seiner Jungsrunde wiederspeigelt.

In einer von Aufschlagfehlern der Blau-Weißen geprägten Anfangsphase spürte man schon ein wenig, dass der bisher so souveräne Tabellenführer an diesem Tag nicht richtig auf der Höhe zu sein schien. Als dann auch noch der scheinbar sicherere Satzerfolg aus der Hand gegeben wurde (von 22:18 zum 23:25) war endgültig klar, dass es ein Mentalitätsspiel werden würde.

Ein 0:1-Satzrückstand gab es für die Philipp-Schützlinge diese Saison auch erst zum dritten Mal. Für die anvisierte vorzeitige Meisterschaft waren 3 Punkte Pflicht und nun war natürlich der Druck zu spüren, die nächsten drei Sätze am Stück gewinnen zu müssen.

Den folgenden Satz konnten sich die Zusestädter zwar sichern (25:21), doch auch hier war es mehr Krampf. Das sonst so stabile Angriffsspiel hackte gewaltig und gegen die aufopferungsvoll kämpfenden Leipziger fanden die Spieler um Kapitän Vincent Mittelstraß nicht immer die passenden Lösungen. Zusätzlich hatte das Kampfgericht einen gebrauchten Tag erwischt und erzeugte unnötige Diskussionen. Vielleicht können die Volleyballfreunde aus diesen Situationen auch etwas lernen, denn der Gastgeber spielte einfach weiter auf seinem Niveau. Die eigentlich erfahrenen Hoyerswerdaer konnten dagegen keinen Rhythmus aufbauen und haderten das ein oder andere Mal zu lang mit ihren Emotionen. Der 1:2 Satzrückstand (22:25) war die Folge und das Tagesziel damit verfehlt.

Wer jetzt dachte, dass sich die Elsterstädter hängen lassen und dieses Spiel einfach über sich ergehen lassen, war falsch beraten. Zwar noch immer mit erheblich Sand im Getriebe kämpften die Männer um die Routiniers Michael Grabke und nun auch Andre Lemke um jeden Ball und jede Chance das Ruder noch rumzureißen. Und tatsächlich konnte mit einem knappen 25:23 der 2:2-Satzausgleich bejubelt werden.

Im entscheidenden fünften Spielabschnitt konnte sich keine Mannschaft absetzen, bei 8:7 wurden letztmalig die Seiten gewechselt. Zur Crunchtime nutzten beide Trainer noch einmal die Chance um das Spiel irgendwie zu beeinflussen (Auszeiten: 10:12, 13:12, 14:13, 16:17). Das glücklichere und bessere Ende hatten bei ihrem ersten Matchball die Gastgeber aus Leipzig (16:18).

Im Anschluss nahm Tommy Hilse die Silbermedaille für den MVP des zweiten Siegers entgegen und alle Gedanken kreisten nun um den großen Showdown am 18.04.24 vor heimischer Kulisse gegen den direkten Konkurrenten zur Meisterschaft aus Delitzsch.

Aber diese Gedanken und die Gespräche/Analysen auf der Heimfahrt wurden durch die unverhofften Jubelschreie der Volleyballfreunde durchbrochen. Dank des Erfolges des SV Motor Mickten (3:1 gegen GSVE Delitzsch III.) beim Parallelspieltag stand 102 Minuten nach Spielende in Leipzig die vorzeitige Meisterschaft und der direkte Aufstieg in die Regionalliga fest. Ein historischer Erfolg, welcher am 18.04.26 in der Leon- Foucault-Halle ausgiebig gefeiert wird. Neben dem hochklassigen Spielen gegen die Elite der Liga (Drittplatzierter aus Markleeberg und Vizemeister Delitzsch sind zu Gast) können sich die Fans auf Freigetränke, Hüpfburg, Eis u.v.m freuen.

VfBW spielte mit: Grabke, Haberl, Heymann, Hilse, Krengel, Lemke, Mittelstraß, Paulick, Pulvett, Schillmann, Zillich.

Nach oben scrollen