Zum dritten Spieltag der Regionalligasaison 2026/27 gastierten die VfBW Hoyerswerda am 4. Oktober beim aktuellen Tabellenführer VC Dresden II. Die Vorzeichen im Kampf um die ersten Saisonpunkte hätten dabei kaum schlechter sein können.
Die Abwesenheit von Cheftrainer Alexander Philipp wog noch vergleichsweise wenig schwer, wurde er doch fachkundig von Sven Steinhäuser vertreten. Deutlich schwerer traf die Volleyballfreunde der kurzfristige verletzungsbedingte Ausfall von Zuspieler Lunardy Pulvett. Da auch die beiden weiteren Zuspieler im Kader nicht zur Verfügung standen, musste Kapitän Vincent Mittelstraß, eigentlich Mittelblocker, seine Vielseitigkeit unter Beweis stellen und kurzerhand die Rolle des Zuspielers übernehmen.
Markus Zillich und Christian Heymann sowie Sebastian Haberl, Tommy Hilse und Maximilian Krengel komplettierten die Starting Six. In der Annahme stand zudem Routinier Gregor Schillmann mit auf dem Parkett.
Davon, dass die Mannschaft unter denkbar schwierigen Voraussetzungen in die Partie ging, war im ersten Satz allerdings kaum etwas zu sehen. Die Schützlinge von Sven Steinhäuser spielten sich mit druckvollen Aufschlägen, einer starken Annahme und hervorragender Block- und Feldabwehr regelrecht in einen Rausch.
Zu Beginn konnte der Tabellenführer noch mithalten (9:7), doch anschließend setzten sich die Zusestädter immer deutlicher ab. Beim 19:13 hatten sich die Volleyballfreunde bereits ein komfortables Polster erspielt und ließen sich den Satzgewinn nicht mehr nehmen. Mit 25:18 ging der Eröffnungsdurchgang überraschend deutlich nach Hoyerswerda.
Diesen Rhythmus nahm der Aufsteiger auch mit in den zweiten Satz. Bis zur ersten Dresdner Auszeit beim Stand von 11:7 schien die nächste Überraschung greifbar. Doch offenbar fand VC-Trainer Carsten Böttcher in der Auszeit die richtigen Worte.
Die Gastgeber stabilisierten ihr Spiel zunehmend, während sich bei den Volleyballfreunden nun mehr Eigenfehler einschlichen. Trotzdem blieb der Satz bis in die Schlussphase offen. Am Ende machten die Hausherren jedoch die entscheidenden Punkte mehr und glichen mit 25:22 zum 1:1 nach Sätzen aus.
Was die Zuschauer bereits ab Mitte des zweiten Satzes beobachten konnten, setzte sich anschließend fort. Die aufopferungsvoll kämpfenden Zusestädter zeigten immer wieder starke und teilweise spektakuläre Aktionen, leisteten sich in den entscheidenden Momenten jedoch zu viele einfache Fehler.
Der etablierte Regionalligist aus Dresden wusste diese Gelegenheiten konsequent zu nutzen. Dennoch hielten die Volleyballfreunde auch in den folgenden Durchgängen dagegen und ließen sich trotz der schwierigen personellen Situation zu keinem Zeitpunkt hängen.
Ein besonderes Lob verdiente sich an diesem Tag Kapitän Vincent Mittelstraß. Ohne nennenswertes Zuspieltraining übernahm der etatmäßige Mittelblocker die ungewohnte Rolle als Spielmacher und stellte dabei einmal mehr seine Universalität unter Beweis. Doch auch seine eigentliche Stärke am Netz kam nicht zu kurz. Mit mehreren sehenswerten Blocks brachte er insbesondere die Dresdner Außenangreifer immer wieder zur Verzweiflung und trieb sie phasenweise regelrecht zur Weißglut. Für seine starke Leistung und seinen unermüdlichen Einsatz wurde Mittelstraß am Ende verdient zum MVP der Volleyballfreunde gewählt.
Die Gold-MVP-Auszeichnung auf Seiten des VC Dresden II sicherte sich Bertram Nikol.
Nach 98 Spielminuten bejubelten die Gastgeber schließlich einen 3:1-Heimerfolg. Die Sätze endeten aus Sicht der Volleyballfreunde mit 25:18, 22:25, 18:25 und 21:25.
Auch wenn es am Ende erneut nicht zu den ersten Regionalligapunkten reichte, zeigte der Aufsteiger beim Tabellenführer, dass er selbst unter schwierigen Voraussetzungen konkurrenzfähig ist. Mit einer ungewohnten Aufstellung, viel Kampfgeist und starken Phasen fehlte an diesem Tag nicht viel zur großen Überraschung.
Weiter geht es für die Volleyballfreunde am 17. Oktober mit dem nächsten Heimspiel. Um 18:00 Uhr empfangen die Zusestädter die Blue Volleys Gotha II in der Sporthalle der neuen Oberschule.

























